von Hannah Wimmer und Maximilian Prag

Hannah Wimmer (Choreographie, Performance) und Maximilian Prag
(Transmediale Kunst) kollaborieren seit 2019 an Projekten an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Performance. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit dem sich gleichzeitig im virtuellen und physischen Raum befindlichen Körper. 

transreal+ 
Sala Terrena, Universitätsgallerie 1010 Wien06 03  2024 – 17 04 2024 (Austellungsdauer ~6 Wochen)

   render by Maximilian Prag transreal+ wird aus einer Ausstellung in der Universitätsgallerie der Universität für Angewandte Kunst Wien bestehen, die mit Performances verbunden ist. 
Die Performance beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten der Auflösung von Form und Binarität, um einen Körper zu lösen, ihn einzufangen und zu einem Avatar zu formen. Durch Experimente und Bewegung wird das Körperliche erforscht, um sich mit dem in Echtzeit geschaffenen digitalen Selbst und der Umgebung vertraut zu machen.
Im Laufe der Ausstellung möchten wir die Interaktion von Körpern innerhalb der virtuellen und der physischen Landschaft weiter erforschen, wobei jede Performance dort weitergeht, wo die vorherige aufgehört hat, um ein serielles Format zu schaffen, das sich in der Ausstellung auch weiterentwickelt.
Für die Ausstellung wollen wir tiefer in unsere künstlerische Erforschung dieses Austauschs zwischen den Realitäten eintauchen. Wir schaffen Objekte, die wie der performende Körper in beiden Welten existieren und unterschiedliche Eigenschaften (Materialität, Interaktion und Form) aufweisen. Diese Artefakte sind Teil der Performance-Erzählung, existieren aber auch für sich selbst und entstehen aus den Verbindungen zwischen Digitalem und Physischem.


Wir arbeiten mit Techniken wie 3D-Druck, CNC-Fräsen, Thermo Formung, virtueller Bildhauerei und des 3D-Scannings um Skulpturen und Körper beider Welten zu verbinden. 
Mit Projektionen und Bildschirme wird die performative Erzählung in interaktive Videoformate umgewandelt.
Durch verschiedene Kollaborationen innerhalb der Ausstellung entstehen neue Perspektiven hinsichtlich unserer phygitalen Wahrnehmung. 

Bisherige Projekte der Kollaboration:



transrealGallerie Franz Josefs Kai 5, 1010 Wien09 & 10 02 22
    photo documentation by Xenia Snapiro
    video documentation by Felix Lenz, edit by Maximilian Prag

In der Performance transreal wird der Körper der Tänzerin im realen Raum und digital erfasst, dargestellt und abstrahiert. Durch Konfrontationen in beiden Realitäten und Transzendierung entsteht eine neue Sichtweise unserer Verbundenheit mit digitalen Entitäten.
“A dancer, absorbed in her thoughts and her movements, explores the space. She is just getting to know herself anew, distanced from the perceivers through VR glasses. Not only visible here, in the analog exhibition space, but simultaneously happening in a digital world. She was deconstructed, reborn as a 3D Avatar. Her journey is projected to the walls, the used technology in the room refers as a material proof of this process.“
folkcore 5.0Genialistide Klubi, Tartu (Estland)20 09 23
 photo documentation by Maanus Kullamaa

    video documentation by Martin Kaljuorg, edit by Maximilian Prag

In folkcore 5.0 arbeiteten die Künstler*innen Hannah Wimmer und Maximilian Prag an einer Multimedia-Performance, die in Tartu (Estland) im Rahmen des Familientreffens der Kulturhauptstädte Europas 2024 gezeigt wurde.

Durch Methoden des "Queering" überarbeitete und rekonstruierte das Duo traditionelle Elemente der Musik, der Tracht und des Tanzes und präsentierte sie in einer neuen mediengesteuerten Performance.
Inspiriert durch ein früheres Projekt und der Masterarbeit von Hannah Wimmer, beschäftigten sie sich mit dem "Queering" des österreichischen Volkstanzes und Brauchtums durch verschiedene Linsen.
touching screens, more than skinSemperdepot Akademie, 1010 Wien01 12 23
    photo documentation by Fekry Helal
   video & editing by Maximilian Prag
Die Performance “touching screens, more than skin“ wurde im Rahmen der Award Show des Best Austrian Animation Festivals im Semperdepot Wien vorgeführt.

Inspiriert von Internetkultur, Memes und aktuellen Momenten der Popkultur, geht die Performance zurück zu den Wurzeln unserer ersten Begegnung mit digitalen Avataren: dem Lebenssimulations-Videospiel "Die Sims".
Internet-Ästhetiken wie Vapourware, Cybersigilismus und Chrome3D werden dekonstruiert und wir werden virtuell mit unserem Handy und schlussendlich mit unserem eigenen virtuellen Körper konfrontiert, dem wir im virtuellen Raum begegnen.
being bothTrinkhalle, Bad Ischl06 05 22
   photo documentation by Maria Belova

  video documentation by Chris Gütl, edit by Maximilian Prag
Wie können wir unsere Körper im virtuellen Raum wahrnehmen und erfahren? In being both erlebt eine Performerin durch eine VR Brille abstrakte digitale Welten und entdeckt Ihre Körperlichkeit in der Virtualität. 
“How can we perceive and experience our bodies in virtual space? A performer experiences abstract digital worlds through VR glasses and discovers her physicality in digitality. In the performance, recipients become witnesses to the dancer's interplay of how the body is digitally captured and represented and abstracted in digital space. Through themes of the metaverse, avatarics and digital consciousness of corporeality, a new way of seeing our interconnectedness with digital entities emerges.”
Hannah WimmerCV + selected further projectsArtist Statement
Hannah Wimmer (she/her) ist eine zeitgenössische Tänzerin und Choreografin, die derzeit in London und Wien lebt. In ihrer Praxis verwendet sie Bewegung als Sprache, um den Raum zu verändern, Verbindungen herzustellen und die eigene Wahrnehmung und Emotionen herauszufordern.

Sie lässt sich von anderen Kunstformen inspirieren und hat mit verschiedensten Künstler*innen aus der ganzen Welt zusammengearbeitet. Ihre aktuellen Interessen innerhalb ihrer Arbeit konzentrieren sich auf feministische Politik, Queer-Theorie und damit verbundene Körper- und Identitätsfragen, die sowohl in der physischen als auch in der digitalen Landschaft angesprochen werden können. Der Körper selbst ist immer Hauptmaterial und Quelle ihrer Arbeit und Forschung, aber die Verwendung von Requisiten und anderen Kunstformen, um das Gefühl der Öffnung und des Aufnehmens von Raum und Umgebung zu verstärken und zu unterstützen, sind in ihren performativen Bestrebungen immer wichtiger geworden und werden verstärkt und weiter erforscht durch das kollaborative und kollektive Zusammenarbeiten und Austauschen mit anderen Künstler*innen .

Hannah hat vor Kurzem ihren Master in Expanded dance practice (Choreography and performance) an der London Contemporary Dance School, University of Arts in London abgeschlossen. 
Maximilian PragCV + selected further projectsArtist Statement
Maximilian Prag (they/them) ist ein multimedialer Künstler und Designer. Sie arbeiten an der Visualisierung und Konzeption virtueller Welten, Umgebungen und Erfahrungen durch die Kombination technologischer und künstlerischer Werkzeuge. Deren Praxis beginnt an den Grenzen der Innovativen Technologie, um progressive Formate zeitgenössischer virtueller Kultur zu entwickeln. 

Durch die Konstruktion Digitaler (Bild)Welten werden visuelle Grenzerfahrungen generiert, die ein emotionale Erleben im digitalen Raum greifbar machen. Internetkultur wird auf unterschiedlichste Weise erfahrbar gemacht, um dabei mit unterschiedlichsten digitalen Repräsentationen zu experimentieren. 

Die kollaborative Praxis über Grenzen hinweg ist dabei essenziell für deren Kreativprozess. Maximilian Prag ist Gründungsmitglied des Kunstkollektivs room69 und arbeitet im Design Team des Wiener Medienkunstfestivals CIVA.

Nach einem Studium für Design in Lissabon, Portugal studieren sie an der Universität für angewandte Kunst in Wien Grafikdesign unter Oliver Kartak und an der Klasse für Transmediale Kunst unter Jakob-Lena Knebl.
©2024Hannah Wimmer
wimmer.hannah.maria@gmail.com

Maximilian Prag
maximilian@prag.at